ZurückZurück Zurück zur StartseiteStartseite WeiterWeiter
Zum Seitenende

Wenn Engel reisen...(III)

Neben Brenner und Grossglockner ist der Felbertauerntunnel die dritte Möglichkeit, auf halbwegs direktem Weg aus Norden in die Dolomiten zu gelangen. Das wissen die Österreicher natürlich und lassen sich auch diesen Weg durchaus gut entlohnen. Gängige Vergleiche zu historischen Berufsgruppen will ich hier nicht wieder bemühen. Aktueller Tarif 2002 für Zweiräder: 8,00€.

Nach einer ausgiebigen Kaffeepause in Mittersill machten wir uns also an die Tunneldurchfahrt, die zwar unspektakulär verlief, aber bei allen doch ein etwas beklemmendes Gefühl auslöste, angesichts der Ereignisse der letzten Jahre in ähnlichen Röhren.

Wir fuhren anschliessend gleich weiter auf der geplanten Route über Lienz, San Candido in Richtung Toblach, wo einen bereits der beeindruckende Blick auf die zentralen Dolomiten begleitet. In Toblach verliessen wir aber gleich wieder das Pustertal und folgten der Strasse nach Süden Richtung Cortina d'Ampezzo. Hier gibt es zwei mögliche Verbindungen: Entweder die westliche Route über die SS51, oder östlich über die SS48. Wir nahmen uns die östliche Route vor über den Col St.Angelo, Misurina, Tre Croci-Pass und eben den Abstecher über DAS Wahrzeichen der Dolomiten: Die berühmten, fast 3.000m hohen Drei Zinnen.

Alpenwetter live...

Eigentlich hätten wir vorgewarnt sein sollen, als wir die Steigung Richtung Col St.Angelo in Angriff nahmen und die Temperaturen so schnell fielen, wie die Höhe zunahm. Aber die Freude über die fast menschenleeren Strassen liess uns einfach nicht weiter drüber nachdenken. Daher war der Schock umso grösser, als wir die Abfahrt nach Misurina hinter uns brachten und plötzlich der Misurina-See komplett zugefroren vor uns lag!!! Erst jetzt merkten wir eigentlich bewusst, wie a....kalt es plötzlich war.

Also keine langen Pausen, sondern wieder bergauf Richtung Drei Zinnen. Dort erwartete uns dann allerdings die nächste Überraschung: Am Rande der Strasse vor der Mautstation lag bereits so viel Schnee, dass natürlich die weitere Zufahrt noch geschlossen war. Der Versuch, das Sperrschild zu umfahren endete kläglich zwei Kurven weiter, als der Schnee sich dann auch auf der Strasse selber breit gemacht hatte. KEINE CHANCE PER BIKE!!!

Wie es noch weiter oben ausgesehen hätte, konnten wir uns gut vorstellen. Also umgedreht und wieder zurück auf die Hauptroute.

Wie schon erwähnt, habe ich leider keine Bilder von dieser Hinreise, worüber ich mich gerade nochmal richtig ärgere!!! Daher auch der Rest dieser Etappe im Schnell-Durchgang.

Das Mekka...

...der Alpen-Biker und damit unser Ziel lag nun fast direkt vor uns: Die Sella-Gruppe!

Erfreulicherweise blieb es dabei, dass wir die Strasse inclusive der Pass-Strecken wirklich fast für uns alleine hatten. Also tobten wir uns am ersten Teil des Falzarego-Passes aus und bogen auf dessen Höhe dann Richtung Norden ab. Im Endspurt noch den Valaparola-Pass mitgenommen und dann ins Gadertal (Alta Badia) runter, wo wir in Corvara gleich noch tankten.

In Abtei legten wir noch eine gemütliche Kaffeepause ein, da wir ohne den geplanten Abstecher nun natürlich deutlich Zeit gut gemacht hatten. Dort wurde uns freundlicherweise auch gleich ausführlich der Weg zu unserem Domizil beschrieben, so dass wir anschliessend binnen fünf Minuten am Ziel waren.


Am Ziel...

Und das war eine mehr als erfreuliche Überraschung: Die Familie Fistill nahm uns freundlich in Empfang und zeigte uns die Ferienwohnung, die unsere Erwartungen klar übertraf! Toll ausgestattet und blitzsauber, alles bestens. Schnell die Schlafplätze verteilt und Klamotten reingeschleppt.

Also richteten wir uns dann erstmal häuslich ein und kümmerten uns um die Bikes, die wir halbwegs vor Regen geschützt unter dem Vordach parken konnten. Nebenbei gab es ausreichend Gelegenheit, sich mit den Gastgebern zu unterhalten, die im selben Haus wohnen.

Nachdem wir dann mit der Hausarbeit soweit fertig waren, gingen wir zum gemütlichen Teil des Abends über. Glücklicherweise gab es etwa 2 Gehminuten entfernt einen Tante-Emma-Laden, der noch geöffnet hatte und auf etwa 15m2 den Inhalt eines mittleren Einkaufszentrums zusammengequetscht hatte.

Unser Entschluss, für den Abend noch ein paar Bier zu besorgen wurde von Wolfgang und Steffen dann dahingehend interpretiert, dass sie plötzlich mit einer Kiste Forst-Bier wieder auftauchten - wohlgemerkt 20 mal 0,6 Liter!!!

Einen Teil dieses Vorrats nahmen wir uns dann gleich noch als Schlummertrunk zur Brust, wobei das Abendessen noch aus der Marschverpflegung bestand. Den ursprünglichen Plan, abends noch irgendwo Essen zu gehen, hatten wir schon bald übereinstimmend begraben.

Nachdem wir dann noch grob den Plan für den nächsten Tag diskutiert hatten, machten wir uns auf in die Kojen und schliefen zumeist gut, wobei ich das Thema Schnarchen hier nicht weiter ausbreiten möchte.


Nur am Rande: Wolfgang war an dem Abend rein kulinarisch mit Delikatessen wie Cordon Bleu etc. deutlich im Vorteil gegenüber Hartwurst und Semmeln der übrigen Mannschaft .

Zum Seitenanfang
ZurückZurück Zurück zur StartseiteStartseite WeiterWeiter